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Digitalisierung im Gesundheitswesen: Der Wandel bis zum Status quo

Digitalisierung im Gesundheitswesen
Lesezeit: 4 Minuten

Die deutsche Gesundheitswirtschaft wird derzeit massiv umgekrempelt. Digitale Technologien werden mittels moderner Kommunikations- und Informationstechnologien etabliert, um eine grĂ¶ĂŸere Effizienz fĂŒr Patienten, Ärzte und Versicherungen zu ermöglichen. Die Kommunikation wird erleichtert. Gleichzeitig wird die Transparenz fĂŒr die Patienten erheblich erhöht. Der NormalbĂŒrger muss sich mit Dingen wie der elektronischen Patientenakte (ePA) oder virtuellen Arztterminen beschĂ€ftigen. Was steckt hinter diesen Begriffen? Wie erfolgte der Wandel? Und wie sieht der Status quo aus? Wir klĂ€ren auf.

Digitalisierung im Gesundheitswesen – was bedeutet das?

Grundlegend beschreibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen den Wandel weg von analogen Prozessen hin zur Digitalisierung. Beispiele dafĂŒr sind die elektronische Krankenakte, die Video-Sprechstunde mit dem Arzt, die Messung von Gesundheitsdaten per App oder die Kommunikation von Ärzten mit dem Krankenhaus ĂŒber eine virtuelle Plattform. Die Basis bilden die medizinischen Daten des einzelnen Versicherten. Diese werden mittels moderner Kommunikations- und Informationstechnologien zwischen dem Patienten, den Ärzten und verschiedenen Leistungserbringern abgerufen.

Was bis jetzt umgesetzt wurde

Im Vergleich zu anderen LĂ€ndern ist Deutschland in der Digitalisierung im Gesundheitswesen weit abgeschlagen. Seit einigen Jahren sind viele Technologien in den NachbarlĂ€ndern bereits etabliert. Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung sieht diese allerdings nicht fĂŒr notwendig. Dies zeigt eine Studie von PWC aus dem Jahr 2018 auf. Ein ausschlaggebender Fakt, welcher die Entwicklung lange Zeit blockiert hat. Seit Januar 2021 können BĂŒrger*Innen, die gesetzlich versichert sind, die elektronische Patientenakte (ePA) nutzen.

Die einzelnen Technologien

Telemedizin

Die Telemedizin ermöglicht die virtuelle Beratung und Diagnostik mit einem Arzt per Videoanruf. Das Ziel ist es, die Arztpraxen zu entlasten und eine enorme Zeitersparnis fĂŒr alle Beteiligte zu erreichen. Somit birgt die Telemedizin vor allem fĂŒr Menschen aus lĂ€ndlichen Gebieten einen enormen Vorteil. Der lange Anfahrtsweg zum Arzt bleibt ihnen erspart. Wichtige Faktoren sind die Technik, die dabei (mit einem guten Internetanschluss) funktionieren muss und der Datenschutz. Bei dessen Einhaltung haben viele Menschen noch Bedenken, wie 76 % der Befragten der PWC-Studie angeben.

Big Data

Der mit der Digitalisierung verbundene Anstieg der verfĂŒgbaren Daten der Patienten wird genutzt, um potenzielle Krankheiten aufgrund von Vorerkrankungen oder auffĂ€lligen Mustern frĂŒhzeitig zu erkennen. Die Datenmengen werden eine große Chance fĂŒr die Lösung gesellschaftlicher Probleme sein, wenn sie fĂŒr die Forschung genutzt werden. Konkret kann das Healthcare-Analytics-Systeme, die riesige Mengen medizinischer Daten in Echtzeit analysieren und auswerten. „Menschen mit derselben Erkrankung reagieren zum Teil sehr unterschiedlich auf ein und dieselbe Behandlungsmethode. Mit zunehmenden Kenntnissen ĂŒber individuelle Unterschiede der Patienten werden deshalb gezielte und effektive Behandlungsstrategien unter Vermeidung belastender Nebenwirkungen möglich“, so Dr. Christian Regenbrecht, Leiter der Arbeitsgruppe Tumorstammzellen am Institut fĂŒr Pathologie an der CharitĂ© Berlin.

KĂŒnstliche Intelligenz

Die kĂŒnstliche Intelligenz (KI) ist eng mit dem Bereich Big Data verbunden. Mithilfe dieser Technologie wird es möglich sein, verschiedene Muster in den Gesundheitsdaten zu erkennen. Krankheiten können frĂŒher erkannt werden und Patienten haben die Chance, dass eine aufmerksamere Versorgung ermöglicht wird. Gleichzeitig wird das System die Kosten innerhalb des Gesundheitssystems enorm senken. Alleine in der BekĂ€mpfung und PrĂ€vention bei Fettleibigkeit bei Kindern soll der Einsatz von kĂŒnstlicher Intelligenz weltweit 90 Milliarden Dollar einsparen.

E-Health

Unter E-Health fallen alle Technologien, die fĂŒr den medizinischen Bereich digitale Kommunikations- und Informationsanwendungen einsetzen. DafĂŒr ist ein Beispiel die elektronische Patientenakte (ePA), von der 9 von 10 Patienten noch nicht wissen, wie sie funktioniert (Datapuls, 2021). Felix Schönfelder, der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Socialwave und Initiator der Umfrage „Datapuls“: „Überrascht hat uns, dass der öffentliche Diskurs ĂŒber Vorteile und Bedenken der ePA offenbar nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung verfolgt wird. Einer der grĂ¶ĂŸten Meilensteine in der Digitalisierung des Gesundheitswesens muss folglich nicht nur eine technische HĂŒrde bewĂ€ltigen, sondern vor allem eine kommunikative“. Wie wichtig eine solche Akte ist, auf die behandelnde Ärzte Zugriff haben, verdeutlicht das folgende Beispiel: Bei einer möglichen Einlieferung in ein Krankenhaus kann der behandelnde Arzt direkt erkennen, welche körperlichen Leiden oder Allergien vorhanden sind, was eine optimal zugeschnittene Sofortbehandlung erleichtert und in EinzelfĂ€llen Leben retten kann.

Robotik

In der Pflege und wĂ€hrend einer Operation werden roboterbasierte Systeme kĂŒnftig wertvolle Assistenzrollen einnehmen. Auch hier zeigt sich bei fast zwei Drittel der Bevölkerung eine gewisse Skepsis hinsichtlich des Vertrauens in die Roboter.

Die Digitalisierung in Deutschland: Ein Ausblick in die Zukunft

2021 ist ein revolutionĂ€res Jahr hinsichtlich der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Alleine die finale EinfĂŒhrung der elektronischen Patientenakte (ePA) zeigt dies:

Digitalisierung im Gesundheitswesen ePA

Das 3-Phasen-Modell der ePA 2021 (Grafik: Bundesgesundheitsministerium)

Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen ist neben seinen Vorteilen vor allem deshalb dringend notwendig, weil das System aufgrund des FachkrĂ€ftemangels in Zukunft vor ernsthaften Problemen gestellt werden könnte. Bereits 2012 zeigte eine Studie auf, dass uns 2030 rund 630.000 FachkrĂ€fte in der Pflege- und Gesundheitsbranche fehlen könnten. Daher ist es wichtig, dass Deutschland bezĂŒglich der Digitalisierung nachrĂŒstet, um diesem möglichen Szenario entgegenzuwirken. Hinzukommend spricht der demografische Wandel der Gesellschaft fĂŒr eine rasche Erweiterung der Digitalisierung. Nur so können Ressourcen geschaffen werden: Ärzte erhalten durch die vereinfachten Prozesse der Telemedizin mehr Zeit fĂŒr die Patienten. Die Robotik unterstĂŒtzt pflegebedĂŒrftige Menschen und FachkrĂ€fte im OP-Saal. Und die Big Data-Mengen, der kĂŒnstlichen Intelligenz, erkennen frĂŒhzeitig Erkrankungen. Ein Aspekt muss diesbezĂŒglich immer berĂŒcksichtigt werden: der persönliche Kontakt zum Arzt.

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